Ausgangssperre und Wirtschaftskrise: Teuer erkaufter Rückgang bei Diebstählen

Vor einem guten Jahr hätte noch niemand für möglich gehalten, dass es mal so etwas wie eine staatlich verordnete Ausgangssperre geben wird. Glaubt man der Regierung, ist es nicht ausgeschlossen, dass wir in naher Zukunft nochmal eine solche Verordnung aushalten müssen.

Der scheinbar positive Nebeneffekt dieser Ausgangssperren ist der Rückgang von Diebstählen. Das ergibt zumindest eine von mir gestellte Anfrage im Sächsischen Landtag. Demnach sind die „Diebstähle unter erschwerenden Umständen“ in Sachsen im Vergleich zum Vorjahr um ungefähr 20% zurückgegangen. Das ist erst einmal eine gute Nachricht. Doch zu welchem Preis?

Natürlich ist es gut, wenn die Kriminalität sinkt und weniger Menschen geschädigt werden, das ist ganz klar. Doch der Preis dafür ist teuer, wenn der Arbeitsplatz gefährdet ist und man in seinen eigenen vier Wänden eingesperrt wird. Es ist logisch, dass weniger gestohlen wird, wenn alle Leute zu Hause hocken müssen. Das kann jedoch keine Lösung für die grundsätzlich vielen Diebstähle in Sachsen sein. Außerdem mag die erhöhte Polizeipräsenz in den Städten ebenfalls ein Grund für den Rückgang der Diebstähle sein.

Etwas verwunderlich ist allerdings, dass in größeren Regionen wie Görlitz oder Leipzig die Diebstähle zwar zurückgegangen sind, dafür in kleinen Orten wie Meißen oder Plauen aber gestiegen sind. Warum ist das so? Vielleicht gibt es in den kleinen Gemeinden weniger Polizei, weil die verfügbaren zum Dienst in die größeren Regionen entsandt wurden? Ich werde der Sache im Landtag nachgehen.

Fest steht jedoch: Nicht der Lockdown hilft gegen Diebstähle und Kriminalität, sondern erhöhte Polizeipräsenz und die konsequente Umsetzung unserer Rechtsordnung.