Besser spät als nie

Das wurde auch Zeit: Namhafte deutsche Schauspieler kritisieren lautstark die Bundesregierung und die Medienlandschaft in ihrem Umgang mit der Corona-Pandemie. In einem ironisch-zynischen Ton bedanken sich die Schauspieler und Filmemacher für die „immer angemessenen Maßnahmen unserer Regierung“ (Jan Josef Liefers).

Unter dem Motto #allesdichtmachen äußerten sich rund 50 deutsche Film- und Fernsehschauspieler kritisch zu den Corona-Maßnahmen. Und auch die Rolle der Medien wird immer wieder kritisch beleuchtet. Das ist absolut begrüßenswert und gibt ein bisschen Hoffnung! Wenn auch etwas spät, so ist diese deutliche Kritik an den Medien und der Regierung, die den einzelnen Bürger unablässig in einen Angstzustand versetzen, nicht zu überhören sein. Das wird große Kreise ziehen.

Und bekanntlich bellen getroffene Hunde. So auch hier. Wenige Stunden nach der Veröffentlichung der Aktion empören sich andere Schauspielkollegen und vor allem auch die üblichen Medien, das sei menschenverachtend in Anbetracht der ganzen Erkrankten, so der Tenor. Das ist die bekannte Methode, die wir mittlerweile kennen und mit der jegliche Kritik durch das „Gesundheits-Argument“ außer Kraft gesetzt werden soll. Wenn Jan Böhmermann sich entrüstet zeigt, weiß man allerdings, dass man etwas richtig gemacht hat.

Doch die Hasswelle gegen die Aktion #allesdichtmachen nimmt gerade erst an Fahrt auf, man darf also gespannt sein, wie es weitergeht und wer seinen Beitrag wegen des zu hohen medialen Drucks noch zurücknehmen wird. Gleichzeitig wird aber auch deutlich, dass die Nazikeule gegen Andersdenkende nur noch bedingt funktioniert und nicht auf jedes beliebige Thema ausdehnbar ist. Man darf sich jedoch von dem künstlichen Medienaufschrei nicht täuschen lassen, die Zustimmung zu dieser Aktion ist gigantisch und wird hoffentlich viele weitere Bürger dazu bewegen, ihrer Kritik Luft zu verschaffen.

Besonders Jan Josef Liefers ragt heraus, der bereits im Jahr 1989 in Berlin auf Straße ging. Liefers kritisiert vor allem die öffentliche Auseinandersetzung und das Ignorieren von Wissenschaftlern, die andere Meinungen als die Bundesregierung vertreten.