Kurzmitteilung

Der Kohleausstieg wird die Lausitz hart treffen

Jänschwalde geht 2028 vom Netz. Ein Jahr später folgen bereits die älteren Blöcke des Boxberger Kraftwerks [1]. Die Region steht nicht einfach vor einem „Umbruch“ oder „Herausforderungen“, wie Politiker der Altparteien gerne verlautbaren lassen. Als sei der Eingriff in das wirtschaftliche Herz-Kreislauf-System der Lausitz ein Naturereignis.

Die Region wird gezielt durch politischen Willen in kurzsichtigem Aktionismus destabilisiert. Die vernichteten Arbeitsplätze werden nicht 1:1 zu ersetzen sein.

Da hilft es auch nichts, wenn MP Kretschmer einen neuen Gründergeist heraufbeschwört. Wo soll der bei immer höheren Energiekosten herkommen?

Deutschland hat schon jetzt weltweit mit die teuersten Strompreise. Seit der Jahrtausendwende ist der Strom hierzulande um über 100 Prozent teurer geworden. In der EU-Vergleich liegen wir mit 30 Cent pro Kilowattstunde nur knapp hinter Dänemark (31 Cent) auf Platz zwei. Allerdings liegt dort das Durchschnittseinkommen auch um 1/3 höher.

Durch den fast parallelen Ausstieg aus Atom- und Kohlekraft wird Energie künftig kaum noch zu bezahlen sein. Die horrenden Energiekosten werden einer Industrieansiedlung und einer gesunden Entwicklung der Region im Wege stehen.

Wieso sollte sich Industrie, die per se einen besonders hohen Energieverbraucht hat, dann noch ausgerechnet in der Lausitz ansiedeln? Und nicht jenseits der Neiße, wo niemand im Traum daran denkt, ohne sinnvollen Ersatz die Kraftwerke abzuschalten?

Genau deshalb ist der Kohleausstieg auch klimatechnisch wirkungslos. Überall auf der Welt wird weiter massiv in Kohle investiert. Besonders in Schwellenländern wie China. Das Handelsblatt bezifferte die Zahl Kohlekraftwerke, die weltweit geplant bzw. neu gebaut werden auf rund 1.400 [2]. Hinzu kommt, dass der Emissionshandel deutsche CO²-Einsparungen wieder ausgleicht, weil die in Deutschland freigewordenen Emissionsrechte einfach im Ausland aufgekauft werden.

Davon abgesehen, dass diese Einsparungen ohnehin irrelevant für das Klima sind, weil der deutsche Anteil am weltweit menschenverursachten CO²-Ausstoß nur rund zwei Prozent ausmacht. Und dieses menschenverursachte CO² macht wiederum nur drei bis vier Prozent des Gesamt-CO² aus, das in der Atmosphäre vorkommt [3]. Kurz gesagt: der komplette Einfluss Deutschlands am Gesamt-CO² der Erdatmosphäre beträgt: 0,08%. Der Anteil deutscher CO²-Molekühle an der gesamten Luft beträgt 0,0000304%.

Als AfD lehnen wir den übereilten und kopflosen Kohleausstieg ab. Wir fordern einen Strukturwandel der die Lebensrhythmen der Region berücksichtigt; und sie nicht mit der Brechstange aus den Angeln hebt.

Ein Weg wäre z.B. die Entwicklung der Hochschule Zittau/Görlitz zu einer international renommierten Europa-Universität für technische Exzellenz. Hier liegt großes Potential: Durch die Nähe zu Polen und Tschechien sowie die Kooperation mit den Hochschulen in Reichenberg (Liberec) und Breslau (Wroclaw) kann Görlitz zu einem Knoten- und Anziehungspunkt für Wissenschaft und Technik werden. Dies würde in die ganze Region positiv ausstrahlen.

Das ist freilich nur ein Ansatz. Und es braucht jetzt einige konkrete Maßnahmen und kluge Konzepte, damit der epochale Fehler des Kohleausstiegs die Lausitz nicht weiter abhängt.


[1] SZ 2020. Boxberg geht, Datteln kommt. Veröffentlicht: 16.01.2020. Abgerufen: https://www.saechsische.de/…/boxberg-geht-datteln-kommt-516….

[2] Handelsblatt 2018. Deutschland treibt den Ausstieg voran – doch weltweit boomt die Kohle. Veröffentlicht: 04.10.2018. Abgerufen: https://www.handelsblatt.com/…/energiepoliti…/23141178.html….

[3] Statista. Die zehn größten CO2-emittierenden Länder nach Anteil an den weltweiten CO2-Emissionen im Jahr 2018. Abgerufen: https://de.statista.com/…/die-zehn-groessten-c02-emittente…/.