Jeder zweite Sachse mit Vollzeitjob wird später unter 1.300 Euro Rente erhalten – Altersarmut nicht länger ignorieren!

Wenn es ein Thema gibt, welches die Plan- und Ratlosigkeit der vergangenen Bundesregierungen offenbart, dann ist es die fehlgeleitete Sozialpolitik, die Menschen in Not nicht selten um ihre Würde und Existenz bringt.

Eine aktuelle Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage aus den Reihen des Bundestags konkretisiert diese Problematik insbesondere im Bereich der Rentenversicherung. Die veröffentlichten Zahlen schockieren und offenbaren jahrzehntelanges Regierungsversagen: Jedem Dritten Beschäftigen in der Bundesrepublik Deutschland droht nach durchschnittlich 45 Jahren Tätigkeit in einem Vollzeitjob später eine mickrige Rente von 1.300 Euro Brutto – in Sachsen würde diese Rente gar die Hälfte der Bevölkerung treffen.

Allein, um später auf eine Rente von 2.500 Euro Brutto zu kommen, müsste einen Großteil des Arbeitslebens ein Gehalt von 5.3050 Euro vor Steuern und Abgaben verdient werden – für den überwiegenden Anteil des arbeitenden Volkes eine vollkommen utopische Zahl! Anders gesagt, liegen wir derzeit bei einem Rentenniveau von knapp unter 50 Prozent. Im Vergleich: In Österreich liegt das Rentenniveau bei sagenhaften 80 Prozent des vorigen Bruttolohns!

In Zeiten einer sich rasant ändernden Arbeitswelt mit zunehmender Digitalisierung, Auflösung ursprünglich tradierter Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Beziehungen und vielfältiger Lebensläufe stellt sich die Frage, ob das uns bekannte Umlagesystem langfristig wirklich zukunftsfähig ist; Alternativen gibt es zur Genüge. Eine wirkliche Reform, etwa durch Überprüfung von rentenfremden Leistungen der Rentenkassen, eine steuerbasierte Altersversorgung mit Teilfinanzierung durch langfristig erfolgreiche Beteiligungen an der Wirtschaft oder sicheren Anleihen, wäre jedoch nur mit einer umfassenden Steuer- und Rentenreform realisierbar. Ob diese allerdings zum Wohle der hart arbeitenden Bevölkerung Deutschlands jemals stattfinden wird, ist wohl alles andere als wahrscheinlich. Die Lasten für das Unterlassen werden unsere Kinder und Enkel tragen müssen.

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