Nebeneinkünfte übersehen?

Ist Ihnen das auch schonmal passiert? Sie verdienen im Jahr nebenbei zehntausende Euro und vergessen, dass sie das Geld überhaupt bekommen haben? Nein? Mir nämlich auch nicht.

Anders scheint die Lage allerdings bei unserem ehrenhaften Vertreter der Partei für „soziale Gerechtigkeit“ zu sein. Karl Lauterbach, der seit Monaten ununterbrochen durch alle Fernsehsendungen rennt und sich als moralische Instanz aufspielt, vergisst zufällig, dass er für vier Vorträge knapp 20.000 Euro eingenommen hat. Jetzt hat der SPD-Politiker die Einkünfte verspätet gemeldet. Meine Frage ist außerdem, wer bezahlt diesem Mann eigentlich freiwillig Geld, um ihm zuzuhören?

Doch zu vergessen sogenannte Nebeneinkünfte zu melden scheint gerade in Mode zu sein. Auch bei den Grünen kommt das vor. So hatte die Möchtegern-Kanzlerin Baerbock Sonderzahlungen in der Höhe von 25.000 Euro zu spät gemeldet. Baerbock habe diese Zahlungen „nicht auf dem Schirm gehabt.“ Das ist bei diesem Betrag wirklich bemerkenswert und Misstrauen ist bei solchen Aussagen berechtigt. Komischerweise ist das ihrem Parteikollegen Cem Özdemir nämlich ebenfalls passiert.

Welches Signal soll das auf die Bürger haben? Das macht nicht nur die einzelnen Politiker unglaubwürdig, sondern bestätigt auch den Eindruck, den die ganze Partei hinterlässt. Ständig fordern sie mehr Transparenz bei Lobbyfragen und Nebentätigkeiten der Bundestagsmitglieder und übersehen dann einfach ein paar Tausend Euro.

Das ist unglaubwürdig und pure Heuchelei. Etwas mehr Bescheidenheit würde den Politikern auch in Anbetracht der Folgen der Corona-Pandemie gut zu Gesicht stehen.