Sachsen ist negativer Spitzenreiter

Sachsen ist seit Wochen Spitzenreiter was die bundesweiten Inzidenzwerte betrifft. Damit gilt Sachsen als Corona-Hotspot. Doch ist diesem Spiel mit den Inzidenzwerten zu trauen? Welche tatsächliche Aussagekraft hat dieser ominöse Wert über die Schwere der Pandemie wirklich?

Leider ist das als Außenstehender aufgrund mangelnder Transparenz schwer zu beurteilen, deshalb müssen wir uns zunächst einmal mit kritischen Fragen heranwagen: Wie sieht überhaupt das Test-Reglement aus, ist es einheitlich geregelt und auch einheitlich umgesetzt ?

Für eine wirkliche Beurteilung, ob der Zustand wirklich so schlimm ist, bräuchten wir eine einheitliche Reglung für den Umgang mit den Corona-Tests, damit wir eindeutig sagen können, dass der Inzidenzwert nicht nur ein Ergebnis von sehr häufigem Testen ist. Und wir außerdem einen wirklichen bundesweiten Vergleich ziehen könnten. Wir müssen also wissen, wie viele Tests überhaupt durchgeführt werden. Wer viel testet stellt viel fest, ohne dass sich an der Problemlage etwas geändert hätte.

Die Befürchtung ist groß, dass wir uns in einer sogenannten „Test-Pandemie“ befinden. Also eine Pandemie, die größtenteils auf sehr häufigem Testen beruht und nicht auf tatsächlichen Erkrankungen.

Die Anzahl positiver Tests muss deshalb ins Verhältnis zu den Gesamttests an der Bevölkerung eines Kreises gesetzt werden, um überhaupt vergleichbare Ergebnisse zu liefern. Darauf haben bereits mehrere Wissenschaftler hingewiesen, die in den Medien aber leider kaum Gehör finden.

Die Zahl der Neuinfektionen der letzten sieben Tage außerdem als Grundlage für Entscheidungsmaßnahmen wie Schulschließungen zu nehmen, steht deshalb berechtigterweise in der Kritik. Wir müssen hier kritisch bleiben und die Entscheidungsträger in Frage stellen.