MEINE ZIELE

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In den kommenden Wochen werde ich Ihnen auf meiner Netzseite sowie auch in den Sozialen Medien mein Programm zur Landratswahl am 12. Juni näherbringen und Ihnen zeigen, welche Veränderungen ich mit Ihnen in unserer Heimat erreichen möchte.

Heute beobachten wir mit zunehmender Besorgnis, wie lebenswichtige Institutionen und Verwaltungen an ihre Leistungsgrenzen stoßen, weil sie die von der Gesellschaft und Gesetzgebern gestellten Aufgaben kaum mehr bewältigen können.

Egal ob es überforderte Gerichte sind, ob Lehrer ausgebrannt ihren Dienst unterbrechen, ob Landarztpraxen geschlossen werden oder Polizisten nach Verstärkung rufen, oder ob Landkreisstrukturen zu bloßen Missstands Verwaltern wurden, denen jegliche Gestaltungsspielräume genommen sind.

Exorbitante steuer- und spekulationsgetriebene Preissteigerungen bei Rohstoffen und Energie sind und werden für die kommenden Jahre uns alle vor erhebliche Probleme stellen. Dies betrifft unseren Landkreis in besonderem Maße, da wir auch 30 Jahre nach der Wiedervereinigung in Sachen Einkommen und Wirtschaftskraft die rote Laterne in Deutschland tragen.

Man könnte annehmen, dass die in Land und Bund regierenden Parteien, sich ganz offensichtlich gar nicht mehr für die Sorgen ihrer Bürger interessieren, wenn es nicht gerade laute Proteste gibt. Diesen Umstand möchte ich ändern!

Ich bin fest entschlossen, im Dialog mit Ihnen die anstehenden Probleme und Entscheidungen offen zu diskutieren und so von Vernunft getragene Lösungen in die Arbeit als Landrat einzubringen.

Wir müssen die Zukunft endlich in die eigene Hand nehmen. Schieben wir diese große Aufgabe nicht länger auf und gehen sie zusammen an.

Gemeinsam für Heimat und Zukunft!

Wissen ist für die westlichen Industrieländer im 21. Jahrhundert der „Rohstoff“ schlechthin. Die Globalisierung sorgt dafür, dass manuelle Tätigkeiten in arme Länder verlegt werden und wohlhabende sich nur dann an der Spitze halten können, wenn sie auf wissens- und kapitalintensive Produktionen bauen.

Die bisherigen Fakultäten der Hochschule Zittau/Görlitz bilden dies bereits zum Teil ab. Technik, Naturwissenschaften gepaart mit kultureller und ökonomischer Kompetenz sind heute überall gefragt. Im nationalen und sächsischen Maßstab ist die Bekanntheit unserer Hochschule allerdings ausbaufähig.

Das ehrgeizige Ziel muss lauten: Lasst uns eine „Technische Europa-Universität Dreiländereck“ gründen! Die Zahl der Studenten muss sich dabei in etwa verdreifachen. Diese und das dafür ebenso benötigte Lehrpersonal sollten wir mit den günstigen Mieten in unsere Region gewinnen. Die Möglichkeit der europäischen Vernetzung mit Tschechien und Polen ist ein weiterer Pluspunkt.
Außerdem sollten wir punkten mit: der Vorhaltung interdisziplinärer Praktika in regionalen Unternehmen und Forschungseinrichtungen, einem attraktiven Klima für Gründer (Startups), einer Nebenjobbörse, einer schnellen Verkehrsanbindung, die noch zu schaffen ist, sowie den kulturellen Vorzügen unserer vielfältigen Heimat!

Konkurrenzdenken innerhalb der Region führt in die Irre und lässt Chancen auf dem Weg liegen. Hier bedarf es mehr Offenheit zur Zusammenarbeit! Wir brauchen kluge Kooperationen, damit sich Touristen die ganze Lausitz anschauen. Gleichzeitig brauchen wir mehr Mut zu Großveranstaltungen.

Derzeit kommen Touristen durchschnittlich für ein verlängertes Wochenende in den Landkreis Görlitz. Dabei bieten das Zittauer Gebirge, die Görlitzer Altstadt, Bad Muskau und andere Orte genug für einen ausgedehnten und gerade für Familien auch bezahlbaren Kurz- oder Erholungsurlaub. Hinzu kommt, dass mit dem nahen Riesen- und Isergebirge auch weitere interessante Feriengebiete schnell erreichbar sind. Die gesamte Tourismus- und Kulturbranche wird profitieren, wenn sich unsere Gäste alle Vorzüge der Lausitz und Niederschlesiens anschauen wollen.

Durch das Werben um erfahrene touristische Großanbieter wie „Center Parcs“, welche die lokale Wirtschaft beflügeln, kann die Lücke durch den Strukturwandel im Landkreis geschlossen und bestenfalls dauerhafter Zuzug befördert werden.

Außerdem fehlt in Deutschland ein Kulturfestival, auf dem sich alle Regionen mit ihren Bräuchen und Traditionen vorstellen. Warum machen wir so etwas nicht in unserem Landkreis? Unsere neuen Seen bieten ideale Bedingungen für verschiedenste Großereignisse in idyllischer Umgebung. Nutzen wir das.

Viele Gemeinden haben bekannte Sehenswürdigkeiten.Es gibt aber auch viele Gemeinden, deren kulturelle Schätze noch weniger bekannt sind. Dieser Reichtum soll als „Wert-Schätze“ gemeinsam einem breiteren Publikum zugänglich gemacht werden.

Nötig ist dafür eine Tourismusmarketinggesellschaft, die ihr Handwerk versteht. Viele Köche verderben dagegen den Brei. Deshalb: Ein Konzept, ein Vermarktungsunternehmen und ein gemeinsames Ziel!

Alle Vorhaben zur Stärkung unserer Wirtschaft, unserer Bildungseinrichtungen, des Tourismus und der generellen Attraktivität unserer Region können nur gelingen, wenn der Landkreis Görlitz endlich als vollwertiger Teil Deutschlands anerkannt wird und verkehrstechnisch dementsprechend angebunden wird. Bisher haben wir ein Erreichbarkeitsdefizit.

In Berlin scheint man zu glauben, dass die Ostsachsen das hinterwäldlerischste Völkchen auf Erden sind und deshalb keine gescheite Verkehrsanbindung benötigen. Diese Vernachlässigung unserer Region muss ein Ende haben, weil Görlitz das Tor nach Osteuropa ist und auch in der Mitte zwischen Nord und Süd liegt.

Diese europäische Zentrumslage kann sich jedoch nur auf unseren Wohlstand niederschlagen, wenn die Verkehrswege es erlauben. Deshalb setzen wir uns ein für:

• Eine ICE-Verlängerung Dresden-Görlitz-Breslau.
• Die Einrichtung eines Terminals für LKW-Verladung auf die Schiene. Damit können wir Görlitz dauerhaft an den Güterfernverkehr anschließen und als Standort für    Logistikunternehmen attraktiv halten.
• Die Entlastung der A4 vom stetig wachsenden Schwerlastverkehr. Dies wird die Fahrqualität für Pendler und Reisende erhöhen.
• Damit Bahnverbindungen auch für den Güterfernverkehr attraktiver werden, ist das Bahnnetz auszubauen. Sachsen soll über das „Sachsen Y“ sinnvoll mit seinen Nachbarbundesländern verbunden werden. Das Schienennetz ist so auszubauen, dass der Güterverkehr ohne Wartezeiten fahren kann, um deutlich höhere Transportgeschwindigkeiten zu erreichen.
• Die Fertigstellung der B178n bis Weißenberg.
• Die B115 ist zwischen Görlitz und Brandenburg auf dreispurig auszubauen.
• Die B156 ist im Bereich des Landkreises Görlitz ebenfalls auf dreispurig zu planen.

Verkehrspolitik darf nicht nur an die weiten Wege denken. Kluge Verkehrs-, Umwelt- und Wirtschaftspolitik aus einem Guss will die Menschen in ihrer Heimat halten und setzt schwerpunktmäßig bei den kurzen Wegen an.

Es muss unser Ziel sein, die vielen Pendler aus unserer Region mit Arbeitsplätzen vor Ort zu versorgen. Kurze Arbeitswege sind die beste Umwelt- und Familienpolitik. Dazu brauchen wir aber einen viel besseren Öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) mit Anbindung an die Schiene.

Das beginnt mit der weiteren Erschließung des ländlichen Raums durch ein attraktives, bedarfsgerechtes Angebot. Die regionale Grundversorgung mit Schienenpersonennahverkehr (SPNV) und ÖPNV hat daher Priorität. Zudem müssen wir kommunale Straßen, Fahrrad- und Fußwege erhalten und sanieren.

Aus meiner Sicht ist eine Verdichtung des ÖPNV-Taktes in den Morgen- und Nachmittagsstunden wünschenswert. Mit der Einführung eines Spätbusses („Nachteule“), der das Umland an die Mittelzentren anbindet, wäre auch gewährleistet, dass man am Abend einmal ein Kulturangebot wahrnehmen und sich dabei ein Gläschen Wein gönnen kann.

Außerdem setze ich mich ein für:
• bestmögliche Schülerbeförderung
• Barrierefreie Bahnsteige und Zugang zu den Bahnhöfen
• Aufbau des Landkreises zum „Schaufenster innovative Antriebe“, z.B. Bus mit Brennstoffzelle in Zusammenarbeit mit der Hochschule Zittau/Görlitz und Siemens, mit künstlicher Intelligenz ausgestattete „Taxibusse“, die wissen, welche Route zu welcher Tageszeit am günstigsten ist und die den Bürger dort abholen, wo er es will und per Knopfdruck mitteilt.

Das geht alles nicht von heute auf morgen. Aber: In einer dünnbesiedelten Region wie unserem Landkreis ist so etwas viel einfacher möglich als in Großstädten. Diesen Vorteil müssen wir nutzen!

Das Hauptziel unserer gemeinsamen Wirtschaftspolitik muss der Erhalt der vorhandenen Industriestrukturen und deren Unterstützung bei der Zukunftssicherung sein. Wo ein Strukturwandel nötig ist, müssen nicht nur Gelder her, sondern in erster Linie ein unternehmerfreundliches Klima, damit die tatkräftigsten Unternehmen nicht länger an bürokratischen Hürden scheitern.

Ich setze mich dafür ein, dass die Wirtschaftsförderung per Scheckbuch auf ein sinnvolles Maß zurückgefahren wird und Sondergenehmigungen für den Strukturwandel zu erteilen. Nur wenn wir innovative Menschen vom Bürokratie- und Abgabenwahnsinn befreien, können sie ihre Potentiale voll entfalten. Dies kann mit einer Sonderwirtschaftszone gelingen: Günstiger Boden, weniger Verwaltung und niedrigere Steuern helfen jedem Unternehmen weiter.

Der Landkreis Görlitz ist zudem durch seine Grenzlage für lokal agierende Unternehmen aufgrund des fehlenden Halbkreises im Einzugsgebiet benachteiligt. Dies führt dazu, dass Ansiedlungen solcher Unternehmen im Landkreis Görlitz weniger gefragt sind als in vergleichbaren Landkreisen mit vollem Radius. Um diesen Nachteil auszugleichen, bedarf es Gründungen und Ansiedlungen von Unternehmen, die überregional tätig sind. Wir müssen uns dafür einsetzen, durch örtlich begrenzte, günstige steuerliche Rahmenbedingungen und hohe Flexibilität dieses Ziel zu erreichen. Ein Verzicht auf dieses Instrument würde den Landkreis auch gegenüber seinen östlichen Mitbewerbern in weiteren Nachteil bringen, da in Polen genau dieser Weg erfolgreich beschritten worden ist.






Der Mittelstand ist der Motor für unsere wirtschaftliche Entwicklung. Ihn zu unterstützen bedeutet: Stärkung regionaler Wirtschaftskreisläufe, Verknüpfung mit exzellenter Forschung sowie Fachkräftesicherung.

Wir müssen die in unserer Region ansässigen Unternehmen fördern und konkurenzfähig für die Zukunft machen.

Die Stärkung der regionalen Wirtschaft muss ebenfalls auf der Agenda stehen. Von ihr profitieren auch Handwerker, der Einzelhandel, die Kulturbranche und viele kleine Geschäfte, die oft aus dem Blick geraten. Mit „Stärkung der regionalen Wirtschaft“ ist jedoch nicht nur der Verkauf von Produkten gemeint. So sollten z.B. grundsätzlich Unternehmen und alle Behörden, die geeigneten Bewerbern eine Absage erteilen müssen, diese in ein überbetriebliches Netzwerk in der Region weiterempfehlen.

Davon kann insbesondere der Mittelstand profitieren, weil er nicht über die Werbebudgets der Großunternehmen verfügt. Trotzdem entstehen im Mittelstand die meisten Arbeitsplätze.
Im Optimalfall findet dabei eine enge Zusammenarbeit mit Schulen und der zu schaffenden Technischen Europa-Universität statt.

Der Trend Arbeitsplätze in Billiglohnländer auszulagern besteht nach wie vor. Dem lässt sich in zweierlei Hinsicht entgegenwirken: Deutschland, Sachsen und der Landkreis Görlitz müssen Unternehmen die bleiben, belohnen, indem anlassbezogen die Entwicklung hochinnovativer Produkte und Grundlagenforschung unterstützt wird. Darüber hinaus muss Deutschland mit moderner Infrastruktur gegenüber anderen Standorten auf der Welt punkten.

Leider sind wir jedoch gerade beim Internetausbau ins Hintertreffen geraten. Hier gilt es auch bei uns mächtig aufzuholen. Es müssen zukuftsweisende Datenleitungen (Glasfaserkabel) mit mindestens 1GBit vorhanden sein und bei der Entwicklung des 4G-Nachfolgers 5G müssen wir, unter der ernsthaften Berücksichtigung gesundheitlicher Aspekte, ein lückenloses Mobilfunknetz aufbauen.

Denn nur unter diesen Umständen bleiben Arbeitsplätze in Deutschland, Sachsen und dem Landkreis Görlitz erhalten.

Der Landkreis Görlitz braucht eine attraktive Rückkehrerkampagne.

Viele Einwohner haben den Landkreis Görlitz seit der deutschen Einheit meist aus beruflichen Gründen verlassen und sich in anderen Bundesländern in ihrer beruflichen Laufbahn zu erfahrenen Fachkräften entwickelt. Bei vielen ist die Sehnsucht nach der Heimat groß. Ich möchte alles dafür tun, dass für diese Menschen die alte Heimat wieder die neue Heimat wird.

Dazu braucht es einen Rückkehrbeauftragten, der dabei hilft, all das über die Ferne zu organisieren, was es zu einer Rückkehr in die Heimat brauchen kann: Kita-Plätze, Geschäftsübernahmen, Arbeitsplätze, Bauland und Wohnraum finden.

Nur mit einer gut strukturierten Verwaltung sind effizientes Wirtschaften, Bürgernähe, Transparenz und mehr lokale Mitbestimmung denkbar.

Ich setze mich für den Ausbau der interkommunalen Kooperation ein. Gemeinsame Dienstleistungszentren für die einzelnen Gemeinden im Landkreis (z. B. Ordnungsamt, Datenschutz, Personalverwaltung) schaffen eine schlanke Struktur. Die Digitalisierung der Verwaltung bietet zwar weitreichende Möglichkeiten, aber stellt die Gemeindeverwaltungen vor alleine schier unlösbare Aufgaben. Diese Aufgaben können nur durch Zusammenarbeit bewältigt werden.  Das Ziel lautet: Jeder Bürger muss alltägliche Amtsgeschäfte auf einem übersichtlichen, einfachen Portal im Internet erledigen können. Zugleich muss gerade für ältere Bürger die Begegnung vor Ort mit ausreichendem Verwaltungspersonal weiterhin gewährleistet sein, beispielsweise durch mobile Bürgerbüros.

Bei konkreten Planungen stehe ich mehr Mitbestimmung und einer besseren Einbindung der Bürger offen gegenüber. Im Dialog sollen Interessen offen, ehrlich und kompromissbereit vertreten werden. Nur wenn wir auch abweichende Meinungen tolerieren, ist diese gelebte Demokratie möglich.

In der Verwaltung stehe ich für eine effizientere Ausgabenstruktur, eine gute Führungskräfteentwicklung, konsequente Fachfortbildungen und Mitarbeiter, die zu kritischen Verbesserungsvorschlägen bereit sind. Denn nur mit motiviertem und gut ausgebildetem Personal werden wir klare Verantwortlichkeiten bekommen, die zu schnelleren und mutigen Entscheidungen führen, von denen in Summe alle Bürger und Unternehmen etwas haben.

Ich setze mich zudem für bezahlbare kommunale Gebühren und Beiträge ein. Bei der Kostenkalkulation der Abfallentsorgung ist die Leistungsfähigkeit der Abgabepflichtigen zu beachten und ineffiziente teure Doppelstrukturen sind zu vermeiden.

Darüber hinaus sind langfristig kommunale Kosteneinsparungen durch kluge Investitionen möglich.
 

Der Truppenübungsplatz Oberlausitz sollte mit einem Ausbildungszentrum mit einer angegliederten Wehrtechnischen Dienststelle sowie einem Kraftfahrausbildungszentrum weiterentwickelt werden.

Ebenfalls auf dem Truppenübungsplatz angesiedelt ist der Zoll, und der Bundesforst. Auch in diesen Bereichen ist zu prüfen, wie der Standort ausgebaut und besser genutzt werden kann.

Ich setze mich zur Gewährung von Ordnung und Sicherheit in den Gemeinden für durchsetzungsfähige und bürgernahe Polizeibehörden im Kreis ein. Auch in dem Fall kann interkommunale Zusammenarbeit Verbesserungen für die Gemeinden bringen, die mitziehen.

Im Bereich des Brand- und Katastrophenschutzes müssen endlich Funknetze ausgebaut werden und Schwachstellen in der Ausstattung und den Liegenschaften behoben werden.

Familien sind die Keimzelle unserer Gesellschaft. Sie vor Ort und gesamtgesellschaftlich zu stärken, zählt zu den wichtigsten Aufgaben des Staates.

Darüber hinaus halte ich eine Verbesserung der Bürgernähe im Landkreis Görlitz für nötig. Die bisherigen Bürgerbüros sollten dazu zügig in Informations- und Beratungszentren umgewandelt werden. Der Landkreis hat dabei die Ressourcen zu bündeln und den zweckgebundenen Einsatz der Mittel zu überwachen.

Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft das Wohnen: Gegenüber Großstädten kann der Landkreis Görlitz mit günstigem Wohnen punkten und muss dies offensiv anpreisen. Der Landkreis soll bei der Bereitstellung von Bauland unterstützen. Statt des Verkaufes von Flächen sind nach Möglichkeit jedoch Erbpachtverträge anzubieten. In Zeiten steigender Baukosten gewinnen Familien so finanziellen Spielraum für ihre Wohnraumplanung und die kommunalen Verpächter sichern sich dauerhafte Einnahmen, die sozialverträglich sind.

In unserer ländlichen Region muss Platz für verschiedene individuelle Wohnformen sein. So sind z.B. Baugemeinschaften zu unterstützen, weil sie erfahrungsgemäß mit einer hohen Lebenszufriedenheit im Umfeld einhergehen. Dies verstärkt auch den Wunsch am Wohnort mit seinem Bekanntenkreis zu bleiben und könnte als örtlicher Anker dienen, den unsere Städte und Dörfer benötigen.

Dementsprechend ist bei der Verwertung von Flächen, Rücksicht auf längere Planungszeiten von Baugemeinschaften zu nehmen.

Arbeitslosen und Unterbeschäftigten müssen wir mit Weiterbildungen helfen, die sich am Bedarf orientieren.

Im Landkreis Görlitz ist der Arbeitsmarkt bei weitem nicht so robust wie in anderen Teilen Deutschlands. Trotzdem suchen viele Unternehmen händeringend Arbeitskräfte. Hier ist auch die öffentliche Hand in der Pflicht:  Sie hat Schulungs- und Weiterbildungsmaßnahmen am Bedarf der Unternehmen in der Region auszurichten.

Gerade die gefragtesten Ausbildungsberufe, wie z.B. Bürokauffrau/ -mann, sind massiv von der Digitalisierung bedroht. Währenddessen werden andere Berufe von A bis Z dringend gebraucht. Das betrifft z.B. Pflegefachkräfte, Anlagenmechaniker, Fachkraft für Holz- und Bautenschutzarbeiten, dem Gas-Wasser-Installateur und dem Vermessungstechniker.

Die Attraktivität unserer Region hängt maßgeblich von einer guten medizinischen Versorgung ab. Diese befindet sich seit Jahren auf dem absteigenden Ast. Der Landkreis Görlitz muss hier gegensteuern, z.B. mit Telemedizin und Anreizen für rückkehrwillige Ärzte. Um Menschen mit einer körperlichen Einschränkung den Alltag zu vereinfachen, müssen wir zudem darauf achten, dass Rollstuhlfahrer unsere Züge unkompliziert nutzen können.

Die ärztliche Versorgung ist im Kreis Görlitz und im Land Sachsen bereits zum jetzigen Zeitpunkt in einem kritischen Zustand. Die Versorgung durch Haus- und Fachärzte wird zunehmend schwieriger. Für dringende Untersuchungen müssen die Patienten lange Wartezeiten und weite Wege in Kauf nehmen. Teilweise werden Termine erst nach mehreren Monaten Wartezeit realisiert. Zukünftig ist durch die zu erwartende altersbedingte Verrentungswelle der Ärzte bei gleichzeitig zunehmenden Arztbesuchen von einer noch schwierigeren Situation auszugehen.

Um eine flächendeckende Versorgung der Landbevölkerung zu ermöglichen, sind neue Lösungen angebracht. Durch die Möglichkeiten der Telemedizin kann wohnortnah mittels besonders geschulten Personals eine gewisse Basisabdeckung abgesichert werden. Um dies zu realisieren, müssen in den Gemeinden entsprechende Räumlichkeiten und eine Infrastruktur geschaffen werden.
Die Übernahme von Arztpraxen sollte stärker gefördert werden. In diesem Zusammenhang sind Vernetzungen zwischen der Kassenärztlichen Vereinigung, Kommunen und Interessenverbänden von Patienten zwingend notwendig.

Weiterhin wünsche ich mir die aktive Unterstützung von Ärzten, die sich in unserer Heimat niederlassen oder in unsere Region zurückkommen möchten.

Eine einrichtungsbezogene oder allgemeine Impfpflicht gegen Covid19 lehne ich ab. Die betroffenen Einrichtungen sind bemüht mit guten Hygienekonzepten ihre Patienten und Klienten zu schützen.  Ein Verzicht auf qualifiziertes Pflegepersonal, das hingebungsvoll und mit großer Verantwortung seit Jahren seine Aufgaben wahrnimmt, ist bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung der Qualität nicht zu verkraften.


Unsere Jugend braucht Platz zum Experimentieren, Lernen, zum Sport und pädagogische Unterstützung bei der Charakterbildung.

Wir müssen dazu das Rad nicht neu erfinden. Vielmehr gilt es vorhandenen Strukturen sinnvoller zu nutzen und der Zielgruppe zugänglich zu machen. Weiterhin gilt es, zweckgebundene Mittel auf Ihre Konformität mit den bewilligten Projekten dauerhaft in ihrer Laufzeit zu überprüfen. Mein Vorschlag hierzu lautet: Vorhandene Infrastruktur und behördliche Strukturen nutzen.

Dazu sind finanzielle Mittel in ausreichendem Maße zur Verfügung zu stellen. Generelles Ziel soll die „Hilfe zur Selbsthilfe für Jung und Alt im Bereich des öffentlichen Alltages“ sein.

Vereine unterstützen, insbesondere im Bereich des Sportes!  

Sport, insbesondere der in Vereinen ausgeübte, ist ein wichtiger Bestandteil des Zusammenlebens. Im Vereinssport werden Beziehungen aufgebaut und Freundschaften geknüpft. Die Freude an der Bewegung wirkt sich auch positiv auf die Gesundheit aus. Wer sich sportlich betätigt, wird seltener krank. Im Kreis Görlitz bestehen vielfältige Möglichkeiten des Leistungs- und Breitensports. Während der Leistungssport mit Wettkämpfen, Punktspielen oder Turnieren verbunden ist, bei denen sportliche Höchstleistungen abgerufen werden müssen, stehen beim Breitensport das gemeinsame Sporttreiben und der Gesundheitsgedanke im Vordergrund.

Die derzeitigen Bedingungen für beide Sportbereiche sind im Landkreis Görlitz als gut zu bezeichnen. Dies ist jedoch kein Grund, sich auf Lorbeeren auszuruhen. Das Angebot muss mindestens auf dem derzeitigen Niveau gehalten und an die sich ändernden Anforderungen angepasst werden.

Seit mehreren Jahren zeichnet sich ab, dass der Senioren- und Gesundheitssport aus seinem Nischendasein tritt. Mehrere Sportvereine haben entsprechende Abteilungen eröffnet, weil der Bedarf im Landkreis hierfür wächst, nicht zuletzt auch durch den Zuzug von Senioren.

Die von den Sportvereinen genutzten Anlagen und Räumlichkeiten sind bereits vorhandene Begegnungsstätten. Diese gilt es zu erhalten oder weiter zu modernisieren.

Heimatvereine und die Freiwilligen Feuerwehren haben zur Wahrung unserer Traditionen Unterstützung verdient. Die Pflege des heimischen Brauchtums, darunter auch des sorbischen, hat eine höhere Priorität verdient. Erhaltenswerte Denkmale und Parks zu pflegen ist eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe.

Im Dreiländereck sollte man mehrere Sprachen sprechen können. Mehrsprachigkeit ist ab dem Kindesalter zu fördern.

Görlitz liegt im östlichsten Landkreis Sachsens. Im Osten grenzt Polen mit den Woiwodschaften Niederschlesien und Lebuser Land an, im Süden Tschechien mit der Region Liberec. Das Gebiet ist unter dem Namen „Dreiländereck“ bekannt. Solange es an den nötigen Sprachkenntnissen mangelt, ist die Grenzlage für die wirtschaftliche Entwicklung problematisch, weil sich Produkte nur in einem Halbkreis vermarkten lassen. Die Sprachbarriere muss daher überwunden werden. Nachbarn sollten miteinander sprechen können.

Der Grundstein für eine gute Sprachausbildung wird im Kindesalter gelegt, daher ist es sinnvoll, bereits Kindern Fremdsprachen zu lehren. Ideal sind dafür Kindergärten, aber auch Schulen.
Auch wenn Schulbildung Sache des Freistaates ist, sollten Polnisch und Tschechisch in jeder Schule angeboten werden. Dies kann im Rahmen der Ganztagsschule geschehen.

In den sorbischen Gebieten ist selbstverständlich auch Sorbisch anzubieten, auch für die nicht-sorbische Bevölkerung.

Wird das Fremdsprachen-Lernen dann noch verknüpft mit grenzüberschreitenden Besuchen von Kitas und Schulen, entsteht aus der anfänglichen grauen Theorie ein für jeden greifbarer praktischer Sinn und ein gutes nachbarschaftliches Miteinander. Das ist mein Ziel.

Eine älter werdende Gesellschaft braucht ein besseres Miteinander, um z.B. die Pflege stemmen zu können und ein selbstbestimmtes Leben so lange wie möglich zu erhalten.

Der demographische Wandel und der daraus resultierende Anstieg einer älteren Gesellschaft sollten jetzt konsequent angegangen werden. Die vorhandenen Projekte sollten gestärkt und gefördert werden, sowie vorhandene Förderprogramme für Mehrgenerationen-Wohnprojekte klarer definiert werden. Damit könnten Überschneidungen bei sozialer Betreuung und generationsübergreifendem Wohnen erfolgreich gebündelt werden.

Familienangehörige und Senioren sind durch eine „Seniorenleitstelle“ in praktischen Fragen zu beraten und darüber hinaus besser zu unterstützen. Wir müssen davon wegkommen, dass ältere Menschen einfach nur verwaltet werden.

Ansatzpunkte für eine liebevollere Pflege bietet zum Beispiel ein Konzept aus den Niederlanden, das darauf setzt, um die pflegebedürftige Person ein Netzwerk aus Familienangehörigen, Nachbarn und Bekannten aufzubauen. Pflege in nachbarschaftlicher Gemeinschaft mit Unterstützung des Pflegedienstes ist das Ziel. Die bisherigen Ergebnisse sprechen eindeutig für den Erfolg des Modells: bis zu 40 Prozent weniger Arbeitsstunden pro Patienten, die nur halb so lang der Betreuung bedürfen wie bei der konventionellen Pflege. Es gibt ein Drittel weniger Notaufnahmen in Krankenhäusern, wodurch das Gesundheitswesen bis zu zwei Milliarden Euro einspart – und dass, obwohl die Pflege persönlicher, liebevoller und erfolgreicher geworden ist.

Von solchen Ansätzen müssen wir uns inspirieren lassen. Dann gibt es auch weniger Fachkräftemangel in der Pflege, weil das Gesamtsystem im Interesse der Menschen optimiert wurde.